Slow Food Villages -
Orte guten Lebens

Landwirtschaft und Natur. Seit jeher ist das Dorfleben davon geprägt. Die Slow Food Villages erkennen das als Chance und bauen darauf auf. Gemeinsam kümmern sie sich um eine verantwortungsvolle Ernährungs- und Esskultur im Dorf. Sie machen regionalen Genuss sichtbar und erlebbar. Auf verschiedenen Ebenen.

Slow Food Village Berg im Drautal

Anforderungen an Slow Food Villages

  • Eine Gemeinschaft von Menschen, die sich für eine verantwortungsvolle Ernährungs- und Esskultur einsetzt und sich um gutes, gesundes Essen bemüht.
  • Lebensmittelproduzenten (Bäuerliche Produzenten und Lebensmittelhandwerker), die gute, saubere Lebensmittel zu fairen Preisen erzeugen.
  • Aktivitäten im Kindergarten und in der Volksschule, um schon den Kleinsten gesundes Essen zu bieten. Weiters soll auch die Herstellung von Lebensmitteln für die Kinder erlebbar gemacht werden.
  • GastwirtInnen, KöchInnen, die überwiegend frische, unverfälschte lokale und regionale Lebensmittel beim Kochen verwenden und die Information an die Gäste aktiv weitergeben (Herkunft, Zubereitung und aktive Kommunikation in der Speisekarte).
  • Marktplätze bzw. Geschäfte im Dorf, wo die lokalen, frischen und regionalen Lebensmittel erhältlich sind (Direktvermarkter, Ab-Hof-Verkauf, Marktplatz des guten Geschmacks, Nahversorger, Märkte).
  • Aktivitäten und Erlebnisse, bei denen die Erzeuger die Verarbeitung erlebbar machen (Verkostungen, Koch- und Backworkshops, etc.).

Um ein Slow Food Village zu werden, müssen die Dörfer bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Eine Gemeinde oder ein Dorf aus einer Gemeinde mit maximal 5000 Einwohnern kann zu einem Slow Food Village werden. Dazu braucht es noch eine starke Slow Food Gemeinschaft, die sich gemeinsam um sechs Aufgabenbereiche kümmert und die Philosophie von Slow Food lebt.

Nicht nur vom Tourismus geprägte Dörfer und Gemeinden sollen teilnehmen. Es geht vor allem auch um traditionell landwirtschaftlich geprägte Dörfer, die ihre eigene Ernährungs- und Esskultur verbessern und sich als Gemeinschaft weiter entwickeln wollen.

 

 

Getragen wird das von engagierten Menschen mit ähnlichen Werten, die sich auf die Stärken eines Dorfes zurück besinnen und zusammen arbeiten, um den Geschmack ihrer Region und das landwirtschaftliche Erbe bewahren.

Jedes Slow Food Village hat eine dorfeigene Gemeinschaft, die alle Aktivitäten koordiniert und erster Ansprechpartner für Kooperationen vor Ort ist.

Heimische Bauern und Lebensmittelhandwerker erzeugen ihre Produkte gut, sauber und fair. Es wird auf die biologische Vielfalt geachtet. Traditionell und nachhaltig angebaut.

Das sind die ersten 7 Slow Food Villages mit einigen ihrer Aktivitäten

Arriach

Zwischen Gerlitzen und Wöllaner Nock liegt Arriach, der geografische Mittelpunkt Kärntens. Seit jeher ist das Slow Food Village für seine gute Jause bekannt. Deshalb wird hier der Fleischgenuss mit gutem Gewissen ins Zentrum gestellt. Die Tiere wachsen artgerecht auf, werden von den Bauern veredelt oder den Wirten verkocht. Verkauft werden die Produkte beim Bauernmarkt – und im regionalen Eck beim Nahversorger.

Berg im Drautal

Fruchtbar waren die Felder im Berg im Drautal am Fuße der Emberger Alm schon immer. Deshalb sind in dem Slow Food Village besonders viele Direktvermarkter zu finden. Sie bauen Erdäpfel, Dinkel, alte Maissorten und vieles mehr an. Das erste Genussfrühstück der Slow Food Gemeinschaft war ein großer Erfolg. Als Nächstes ist ein Adventmarkt geplant.

Millstatt

In Millstatt hat sich eine große Vielfalt an heimischen Lebensmitteln entwickelt – angefangen von der Reinanke im See bis hin zum Käse auf der Alm. Die Produkte sind ab Hof, am Markt, im Bauernschmaus Häusl oder in der Greißlerei erhältlich. Auch die Schuleröffnung stand bereits im Zeichen von Slow Food. Künftig soll ein Wanderweg von Hof zu Hof führen.

Natur- und Kräuterdorf Irschen

Seit fast drei Jahrzehnten beschäftigt sich das Bergdorf über dem Drautal mit Kräutern und Heilpflanzen. Als Slow Food Village werden u.a. in einer offenen Kochwerkstatt überlieferte Traditionen über Anbau und Verarbeitung geteilt. Produkte von kleineren Betrieben werden im Kräuterhaus Pfarrstadel, in der Kräuterwerkstatt und im Café Liebstöckl verkauft.

Nötsch

Im Süden des unteren Gailtals liegt Nötsch eingebettet im Naturpark Dobratsch. Seit 1879 werden in der Mühle Mehle gemahlen und Backwaren hergestellt. Noch heute werden dazu die Zutaten in der Region eingekauft. Auch der örtliche Nahversorger setzt seit Jahrzehnten auf die Lieferanten aus dem Dorf. Ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Gäste ist der Bauernmarkt in Labientschach, direkt beim Slow Food Wirt.

Obervellach

Das Herz des Mölltals ist stolz auf seinen historischen Marktplatz, auf dem im Sommer wöchentlich die Marktzeit im Sinne von Slow Food stattfindet. Im Schulzentrum wird in der Nachmittagsbetreuung gemeinsam gekocht. Das regionale Angebot vom Genussland Kärnten Bauernhof Walter mit Bauernladen sowie dem Tauernfenster wird ergänzt durch Bauern, die Produkte ab Hof verkaufen. Gastwirte und Hoteliers haben ihre Speisekarten auf Slow Food umgestellt.

St. Daniel im Gailtal

Im Gailtal mit Blick auf die Karnischen Alpen sind viele der Gründungsmitglieder von Slow Food in Kärnten zu Hause. Seit Jahrzehnten gehen die Dorfbewohner konsequent und auch ein wenig quer einen nachhaltigen Weg. Einmal jährlich im Frühsommer treffen sich bei der Veranstaltung „Terra Madre“ 35 Slow Food Produzenten aus dem Alpen-Adria-Raum im Dorf. Das ganze Jahr über verkaufen Lebensmittelhandwerker im „s´ Geschäft St. Daniel“ ihre Produkte und bieten Erlebnisbausteine in der 1. Slow Food Travel Region der Welt an.

Martin Hofmann
Slow Food Village Berg

Martin Hofmann
Slow Food Village Arriach

Martin Hofmann
Slow Food Village Obervellach

Martin Hofmann
Slow Food Village Nötsch im Gailtal

Martin Hofmann
Slow Food Village St. Daniel im Gailtal

Martin Hofmann
Slow Food Village Millstatt

C. Wallner
Slow Food Village Irschen

Martin Hofmann
Slow Food Village Verleihung

Slow Food: bewusst und mit Verantwortung genießen

Seit 30 Jahren beschäftigt sich die Non-Profit-Bewegung von Slow Food weltweit mit Ernährung. Gemeinsam mit Netzwerkpartner setzen sich Millionen von Menschen für ein gutes, sauberes und faires Essen ein. 2018 wurde Slow Food Kärnten gegründet, um die Vielfalt der heimischen Lebensmittel sowie die regionalen Küchen- und Esstraditionen zu erhalten.

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